18.06.1994

Lüdinghausen, Flugplatz Borkenberge (AREA4-Gelände), Radio-Kiepenkerl-Open-Air, je 3 Konzerte im Wechsel mit der Kelly-Family

Matthes Kersting - Christian Zimmer - Dieter Tinkloh - Sabine Kersting - Ludger Witthoff

Halleluja! Plattrock live vor 16.000 Zuschauern auf der großen Radiobühne auf dem Flugplatz Borkenberge, dem heutigen "AREA4"-Gelände. Anlass war das erste richtig fette "Radio-Kiepenkerl"-Open-Air. Und auf diesem Radiosender lief die Musik von Plattrock in diesen Jahren auf und ab. Was für eine Nummer war das denn? In erlesener Gesellschaft der bekannten Kelly-Family wurden jeweils 3 Konzerte im Wechsel gegeben. Und wie es das Fest verlangte, fingen die Kellys sogar an. Man könnte meinen, die Radiomacher hätten das so angesetzt, weil die Kellys den Support mimen sollten, aber natürlich weit gefehlt. Die Familie reiste im eigenen Doppeldeckerbus an, neben dem der Merchandising-"Bus" von Plattrock (mit ehrenamtlichen Aufpasser Ulrich Gernand vom "My Way"-Fanzine) ein wenig schüchtern daherkam. Aber Plattrock verkaufte an dem Tag recht ordentlich.

Darüber hinaus rollten die Kellys mit eigenem Bühnenwagen an, ein Luxus, den sich Plattrock leider bis heute nicht leisten kann. 1994 erschien das erfolgreichste Album der Kellys "Over the hump", und in diesem Sommer hatten sie mit "An angel" eine Nr-1-Single ausgekoppelt. Als Plattrock nun morgens anreiste, um den Bühnenaufbau anzugehen, war das Gelände schon eingenommen von den "Kelly-kids". Das sind junge Mädels, die in Begleitung ihrer Stofftiere die Kellys zu jedem Konzert in jeden Winkel der Erde begleiten. Es bleibt ein Geheimnis, wie lange sie schon den Ort belagerten. Dem äußeren Eindruck nach müssen sie seit Wochen dort gesessen haben.

Die Kellys spielten übrigens dreimal das selbe Set, während Plattrock sich für jede Rutsche einen neuen Ablauf hatte einfallen lassen. Plattrock spielte auf der Radiobühne, die Kellys auf ihrem Bühnenwagen. Und während der Konzertpausen fanden auf der Radiobühne lustige Gewinnspiele statt. Dann war die Bühne belagert von bis zu 50 Personen. Plattrock musste sich seine Instrumente im Anschluss daran sonst wo suchen, und so kam was kommen musste. Es war eine Basssaite gerissen. Direkt vor der zuvor angekündigten Radioübertragung eines von Plattrock's Konzerten. Christian war wie damals gewöhnlich zum Ende der Aufbauarbeiten gegen Mittag erschienen, was ihm einen Parkplatz etwa eine Viertelstunde entfernt vom Festivalgelände beschert hatte. In seinem Auto waren seine Basssaiten. Also Ende im Gelände. Aber hier zeigte sich, welche Größe echte Stars an den Tag legen können. Christian fasste sich ein Herz und suchte seinen Weg durch die Kelly-kids bis zum Kelly-Doppeldeckerbus und brauchte einige Überredungskünste, bis er von den Kelly-Bodyguards zu Jimmy, dem Kelly-Bassisten vorgelassen wurde. Dieser hatte ein Herz, nahm Christian bei der Hand und begleitete ihn auf den Kelly-Bühnenwagen, um ihm dort eine seiner Basssaiten zu schenken (die ist wahrscheinlich noch heute auf Christians Bass). Besonderheit dieser Aktion für Christian war drüber hinaus, dass Jimmy ihn zuerst auf den Bühnenwagen ließ, und dadurch kam Christian in den Genuss eines Kreischkonzertes der Kelly-Kids. Unvergessen.

 Vor 16.000 Zuschauern zu spielen war eine sagenhafte Erfahrung. Um vor so vielen Menschen dauerhaft zu bestehen, hätte es mehr solcher Auftritte gebraucht, dazu sollte es aber nie mehr kommen. Aber dieser Auftritt war auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Und die Live-Zuschaltung auf Radio Kiepenkerl war sehr gut.