19.06.1993

Essen - Annental Open-Air

Matthes Kersting - Christian Zimmer - Dieter Tinkloh - Sabine Kersting - Ludger Witthoff

Zu Gast beim 15. Annental Open-Air mussten wir feststellen, dass bei aller Liebe zum Alkohol der komplette Ablauf nicht vergessen werden darf. Ok, wir waren im Nachmittagsprogramm und das Festival machte echt was her.

 

Auch haben wir durchaus ein ansprechendes set gespielt, aber dieses Open-Air hat bei bestem Wetter dermaßen Laune gemacht, dass auf unsere durchaus bierselige Anfrage nach der vereinbarten Gage nur noch ein müdes Lächeln dem höflichen Hinweis auf das Ende des Festivals nebst nicht mehr Vorhandensein der Kasse zuvorkam. So waren wir nicht wenig überrascht, dass die Kontodaten noch richtig rüberkamen, obwohl die Zunge in der Tat schwer am Gaumen hing. Aber zwei Tage später war das Geld schon auf dem Konto.

 

Aber das war auch mal was. Immer wurden wir auf früheren Festivals und Gigs von irgendwelchen "Toningenieuren" vertröstet, wir möchten uns doch bitte in Geduld üben, es ginge halt alles nicht so schnell. Oft mussten wir bis zu 6 Stunden vorher am Festivalort sein.

Aber hier war alles anders. Bestellt zu 5 Minuten vor dem set war diese Einladung nur versehen mit dem Hinweis, "viel später wäre aber nicht so gut". Also standen wir 5 Minuten vor unserem Auftritt vor der Bühne, auf der unsere Vorgängerband gerade bei der letzten Zugabe war. Wir waren bewaffnet mit dem kompletten Line-Up, incl. Schlagzeug und Amps.

Die Crew des Annental-Open-Air hatte die Sache vor Ort dermaßen im Griff, dass wir pünktlich nach 5 Minuten incl. komplett verkabeltem und abgenommenen Schlagzeug, Amps mit Mikros versehen, alle akustischen Instrumente (und das sind nicht zu wenige bei uns) und Gesangsmikrotest anfangen konnten. Da muss man einfach den Hut ziehen und wehmütig alle Festivals und Konzerte Revue passieren lassen, bei denen das halt nicht so ist.

 

Und die Leute gingen gut mit. Wir durften sogar Autogramme geben. Das gab's zuletzt beim Auftritt bei der Dorfmeisterschaft in Nordkirchen 1991.

 

Es ist überhaupt ein Riesenjammer, dass es dieses Festival seit einigen Jahren nicht mehr gibt. Wir hätten gern noch einmal mitgespielt. Aber es bleibt eine schöne Erinnerung an ein tolles Festival, welches wir so mitgenommen haben, wir man das in seinem Bandleben immer tun sollte, wir haben richtig abgefeiert.