1989-97

Mixerleiste

Und jetzt ging's los. Sicherlich die fetteren Jahre von Plattrock.

Christian Nikolaus 91

Nach dem Ausstieg von Hoofi 1988 gab's einen Knick, denn was sollten zwei Klampfer ohne Drummer groß anstellen? Erst mal die schon vorhandenen eigenen Titel fertigstellen, immer auf der Suche nach dem neuen Schlagzeuger.

 Matthes Bedoh 90

Aber zuerst gab's Zuwachs in Form eines weiteren Gitarristen namens Dieter Tinkloh und einer Akkordeonistin namens Inga Niederhausen.

 Dieter Nikolaus

So wurde von 1989 bis 1990 tierisch geochst. Richtig gearbeitet wurde an den ganzen Titeln, die bis dahin alle aus Matthes' Feder stammten. "Lady" und "Never been tame" wurden ja schon mit Hoofi vorgestellt, aber jetzt ging's weiter mit Titeln wie "Let me go", "Wait for the next", "This village", "Some stations", "Exitus", "Out of reach", "Damned March", "New problems to solve", "Life on the island" oder "Goodbye". Letzterer wurde schon 1979 geschrieben, aber noch beim Abschiedsgig 1997 gespielt. "This village" und "Some stations" sollten erst 1996 auf der letzten Studio-CD "Butter to the fishes" aufgenommen werden.

 Matthes Nikolaus 91

Das war sicherlich die kreativste Phase der Band. 1990 stießen dann die "Strawberry's" Sandra Rengshausen und Sabine Feldhaus zur Band. Aber immer noch kein Drummer. Selbst nach Inseraten kamen eigentlich nur größenwahnsinnige oder gar keine wirklichen Drummer zur Band. In Form von Ludger Witthoff wurde dann der Mann gefunden, der hervorragend zur Band passte. Perfekt! Die Band war geformt. Sieben  Himmelsstürmer wollten die Welt erobern.

Ludger Nikolaus 91

Leider, weil musikalisch eigentlich eine wunderbare Ergänzung zur Musik mit viel Potential, hatte Inga nie Zeit genug für die Band und musste 1990 wieder gehen.

 

Die ersten gigs in Nordkirchen waren die, die Plattrock, wie auch alle vorher selbst organisiert hatten, als da wären die gigs bei Overkamp, bei Kersting und der erste Bedoh-gig, der sich als echter Geheimtipp entpuppte.

Plakat zum 2. Bedohkonzert 91

Danach folgte der erste Burg-Lüdinghausen-gig im Januar 1991,

Dieter komisch

 der "Charlie-Brown"-Füller in Ascheberg und der am Nordkirchener Dorfmeisterschafts-Freitag.

 Good Company

Danach dann das Lüdinghausener erste "First-step"-Festival, aus dem Plattrock als Festival-Sieger hervorging. Dafür gab's zwei Tage im Luna-Studio bei Onkel Bernhard, der die Laufbahn der Band bis zuletzt verfolgte. Hauptsächlich deshalb, weil er akribisch darauf achtete, dass sämtliche Gelder, die durch gigs etc. eingingen, zuletzt in seiner Tasche landeten. Das soll aber seine Leistungen nicht schmälern. Drei wunderbare CD's hat Plattrock in seinem Studio aufgenommen, und dabei hat die Band eine Menge gelernt.

 Sabine Engelchen 91

Die erste war "The First" 1991. Die Laufbahn der Band ging nach dem "First-step"-Erfolg steil bergauf. Zu der Zeit waren quasi alle Plattrock-Auftritte unglaublich gut besucht.

 

Es folgte die zweite Studio-CD "The slaughter & the cow" 1992-1993, die am 06.03.1993 bei einem gig in der Nordkirchener Wiedau-Halle bei einem Doppelkonzert mit Essens "Marilyn's Army" vor über 700 Zuschauern Premiere feierte. Technische Pannen führten leider dazu, dass der gig nicht einer der besten wurde, aber trotzdem war die Stimmung frenetisch.

 Kuhmuhphon

Die Aufnahmen und die Vorbereitungen zum gig waren leider überschattet von Stunk, und es folgte die Trennung von Sandra. Dieser Rauswurf war in seiner Form nicht ok, so dass man sich zu Recht dafür später entschuldigte. Der Rest der Band war sich einig darüber, ab sofort über weitere Zugänge nicht mehr nachzudenken, von nun an ging's zu fünft weiter, und es sollte auch so bleiben und sich nicht rächen.

Dieter Sandra DM 91

Überregionale Auftritte folgten, Radiosender wurden auf die Band aufmerksam. Dabei gab's den ersten Playback-Auftritt bei der Münsterlandschau am 28.08.1993 in der Halle Münsterland, der live übertragen wurde.

 

Selbst im ZDF-Sonntagskonzert am 30.01.1994 (ok, vielleicht nicht der passendste Rahmen für diese Art Musik), aber ein einmaliges Erlebnis in der Bandgeschichte, durfte die Band sich dem TV-Publikum live präsentieren.

Platt-96-hoch

Das "Radio-Kiepenkerl-Open-Air" am 18.06.1994, bei der die Band je drei Auftritte parallel zur bekannteren "Kelly Family" vor 16.000 Zuschauern absolvieren durfte, gehörte zu den weiteren Highlights der Bandgeschichte. Leider wurden diese Auftritte nicht mehr getoppt, auch wenn sicherlich spätere gigs durch die permanente Weiterentwicklung der Band eine weitaus höhere Qualität  präsentierten.

Die Radiosender blieben der Band bis zuletzt treu. Dazu zählten sämtliche Lokalsender, wie "Radio Kiepenkerl, "Antenne Unna", Radio "FIV", Radio Dortmund, Antenne Münster, selbst in Belgien war "Forget that wreck" ein Hit, und zuletzt hat es die Band bis zum Kultsender "EinsLive" in der Sendung "Heimatkult" geschafft. Das war sicherlich sogar ein erklärteres Ziel als der TV-Auftritt, mögen andere anders darüber denken.

 Christian-Bedoh-91

Die von Plattrock organisierten Open-Airs und Hallenkonzerte wurden durch behördliche Auflagen und dadurch, dass sich die behördlichen Organisatoren den Kuchen selbst einstreichen wollten gebremst. "Back to the roots"-Gedanken veranlassten die Band dazu, auf öffentliche Gelder zu verzichten, dadurch wurden die Konzerte wieder uriger, aber die Nordkirchener Konzerte wurden daraufhin weniger. Nur auf Einladung, nicht mehr auf Eigeninitiative wurde hier live gespielt. Die Bandmitglieder wurden älter, und Familien wurden gegründet. Der alte Enthusiasmus war eines Tages leider nicht mehr da. Das führte 1997 zur Trennung. 

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Hochzeitskarte Matthes + Sabine

Plattkoepfe

 Matthes 91 Mikro

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Inga+Ludger am 20.10.1990 in der Bedoh-Halle

 

 

 Onkel Bernhard

  Christian-DM91

 Fat

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 Mickymausohren

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 Matthes+Christian-DM91

     Matthes schreit - wie so oft bei Dorfmeisterschaften

Klausi-Oemmelkarre

   3. Noki-Summer-Festival mit OOC, Plattrock. Combine Harvester

 

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Plattrock-1991

Unfassbar: PLATTROCK im ZDF 1994:

Plakat zum 2. Noki-Open-Air

Und zu einer solchen Zeit gehört natürlich auch ein Resümee. Aber so ein echtes Fazit zu ziehen? Schwierig, schwierig.

 Akki Burg 91

Was ist das für ein Haufen, der Ommas zu Freilufttänzen animiert? Es war schon immer ein heftiges Event, so ein echtes "Plattrock-Happening".

Sabine in der Burg am am 12.01.1991

In diese Rubrik fallen in erster Linie die "Bedoh"-Gigs, die "slaughter"-Premiere in der Wiedau-Halle (die zwar mit unglaublichen technischen Schwierigkeiten einherging, aber trotzdem gehört dieser Abend zusammen mit Essens "Marilyn's Army" dazu...), und natürlich alle von Plattrock selbst organisierten "Open-Airs" 1992, 1996 und 2000.

Dieter DM 91

Diese Konzerte gelten heute weitläufig als "Kult", und daher hat diese Band auch ihren Status. So etwas hat es in Nordkirchen nie wieder gegeben, auch wenn es heute wirklich gute Konzerte hier gibt.

 Bongogirls-Bedoh-91

Peter Düffel

Die JUNO-Festivals, und vor allem auch die "Heile-Open-Airs", wo Plattrock selbst schon gespielt hat, sind wirklich lohnenswerte Ereignisse. Konzerte scheinen sich in Nordkirchen wieder zu lohnen, denn es gibt hier sogar eine Kneipennacht mit Live-Musik, und auch in "Melli's Bistro" und in der "Alten Schmiede" finden dann und wann gigs statt, die auch gut besucht werden.

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Aber zu einem Fazit gehören nun mal auch die echten Erfolge, wie die zahllosen Radio-Interviews und -auftritte bei Radio EinsLive, Radio AM, Radio Dortmund, Antenne Unna und Radio Kiepenkerl. Bei dem Sender galt Plattrock jahrelang als "Local Hero", und u. a. der Titel "Plattrock" selbst lief monatelang in der Schleife neben allen Titeln aus den Charts beinahe täglich.

 Matthes

Sogar in den belgischen Charts auf einem Sender ist Plattrock's "Forget that wreck" (immerhin mit über 7 min. der längste Titel der Band!) gewesen. Und auch heute noch gibt's häufig Anfragen. Selbst in Sibirien läuft Plattrock. Ostfriesland in einem Atemzug zu nennen klingt etwas merkwürdig, aber die Sendungen sind nahezu zeitgleich gelaufen.

Sabine-+-Sandra-Bedoh-91

Es macht Mut, dass es mit "General Biscuitz", "Jano Akono", "Skyconqueror", "Medusa" oder der "Nerd Academy" Bands gibt, die auch selbst klasse Geschichten auf die Beine stellen. Mit Stolz vernehmen wir, dass die meisten Dinge ohne Plattrock's Dieter nicht so laufen würden, wie sie laufen, aber das Engagement der anderen  Musiker ist zweifelsohne da.

 Christian

Die Musik von Plattrock, in Interviews gerne als  "Northernchurchesdoublefuckingspeedfolkrock" oder "Provinzrock" bezeichnet, ist einfach zeitlos.

Ludger-Bedoh-91

Nicht umsonst kommt bei allen Open-Airs mit Bands, die Punkpolka und Folkrock zelebrieren, die mit Abstand beste Stimmung auf.

 Dieter

Plattrock ist in Nordkirchen zum Kultobjekt avanciert, und in manchen Jahresstatistiken hat sich Nordkirchens Gemeinde gern mit Plattrock gebrüstet.

 Plakat zum 1. Noki-Open-Air

Wenn im Jahreskalender auf Plattrock's ZDF-Auftritt oder dem Radio-Kiepenkerl-Flughafen-Open-Air zusammen mit der Kelly-Family vor 16.000 Zuschauern hingewiesen wurde, tat man dies mit dem Titel "Nordkirchen's Kind".

Matthes-Bedoh-91

Und das macht die Musiker stolz! Das "Floop-de-Woop" 2002 und auch die alte Verpflichtung von irgendwann in den Neunzigern, im September 2003 auf dem insgesamt 80. Geburtstag zweier Freunde spielen zu dürfen, haben einfach wieder Lust auf mehr gemacht. Mit wieder neuem, altbekannten Drummer. Martin Hagedorn, schon beim Münsterland-Ömmelkarre-Open-Air am 01.05.1993 live auf der Karre dabei, macht's wieder Spaß wie nie. Seit dem Konzert am 20.09.2003 ist er live dabei. Und es brennt wieder. 

 Sabine

Man darf gespannt sein...

Martin

Platt-97-Abschiedstorte

Slaughter-Tour-93-Button

 

PLATTROCK-Sticker verewigt auf der Tür im Cafä Chaos in Dortmund-Mengede